Herzerkrankungen bei Hund und Katze: früh erkennen und richtig behandeln
Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung von Herzerkrankungen sind entscheidend für die Lebenserwartung und eine gute Lebensqualität. Das gilt für Menschen ebenso wie für Tiere.
Besteht bei einem Hund oder einer Katze der Verdacht auf eine Herzerkrankung, wird deshalb eine ausführliche Herzuntersuchung empfohlen – in manchen Fällen bereits bei sehr jungen Tieren.
Welche Anzeichen können auf eine Herzerkrankung hinweisen?
Mögliche Hinweise sind:
- Herzgeräusche oder Herzrhythmusstörungen, die bei einer tierärztlichen Untersuchung festgestellt werden
- eine schnellere Atemfrequenz oder erschwerte Atmung
- verminderte Ausdauer
- weniger Lust zum Spielen
- Kollaps
- Komplikationen während einer Narkose
- Husten (beim Hund)
- nächtliche Unruhe (beim Hund)
Wie kann die exakte Diagnose gestellt werden?
Um eine ursächliche Diagnose stellen zu können, sind mehrere Schritte notwendig.
Abhören mit dem Stethoskop
Das Abhören mit dem Stethoskop liefert einen ersten Hinweis, wenn der Tierarzt ein Herzgeräusch hört oder einen unregelmäßigen Herzschlag feststellt.
Röntgenuntersuchung
Auf einem Röntgenbild kann man bei sorgfältiger Lagerung lediglich eine Herzvergrößerung sowie Veränderungen der Herzform und/oder der Gefäße erkennen.
Hilfreich ist die Röntgenuntersuchung jedoch auch, um Wasseransammlungen in der Lunge oder im Bauch festzustellen.
Blutuntersuchung
Die Messung spezieller Blutwerte kann dabei helfen zu entscheiden, ob das Symptom Husten vom Herzen ausgehen kann oder eine Herzmuskelentzündung vorliegt.
Bei Katzen muss häufig zusätzlich eine Schilddrüsenüberfunktion durch die Bestimmung von T4 ausgeschlossen werden.
Herzultraschall
Für die finale Diagnostik von Herzerkrankungen ist ein Herzultraschall zwingend notwendig.
Für diese Untersuchung ist keine Sedation erforderlich und sie ist nicht schmerzhaft.
Mithilfe des Herzultraschalls können alle Strukturen des Herzens dargestellt sowie die Blutflüsse sichtbar gemacht und gemessen werden.
So ist es möglich, eine sichere Diagnose zu stellen und die korrekte Therapie zu wählen.
Auch der Krankheitsverlauf kann mithilfe des Herzultraschalls verfolgt und die Therapie entsprechend angepasst werden.
Was führt zu Herzgeräuschen?
Ein Herzgeräusch bedeutet, dass beim Abhören des Herzens mit dem Stethoskop ein anderes Geräusch als die üblichen Herztöne zu hören ist.
Herzgeräusche entstehen durch turbulente Blutströmungen im Herzen oder in den großen Blutgefäßen, die in das Herz münden oder aus diesem austreten.
Mögliche Ursachen sind:
- harmlose „Blutauswurfgeräusche“ bei jungen oder sehr schlanken Tieren
- angeborene Defekte wie Löcher in den Herzscheidewänden
- verengte Blutgefäße, beispielsweise bei einer Aorten- oder Pulmonalstenose
- abnormale Blutgefäße wie der „Persistierende Ductus arteriosus“
- Undichtigkeiten an den Herzklappen aufgrund einer Erkrankung der Klappen oder des Herzmuskels
- Blutmangel
- Fieber
- Schilddrüsenüberfunktion
- Stress
Was bedeutet Arrhythmie?
Eine Arrhythmie bedeutet, dass das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt.
Dies lässt sich zwar mit dem Stethoskop hören, für eine exakte Rhythmusdiagnose ist jedoch eine EKG-Aufzeichnung erforderlich.
Wie erfolgt die Therapie von Herzerkrankungen?
Wichtig zu wissen ist, dass die Therapie von Herzerkrankungen häufig aus der Verabreichung mehrerer Medikamente besteht.
Abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung und deren Schweregrad unterscheidet sich die Behandlung von Tier zu Tier.
Die Produkte sind sehr gut verträglich, recht geschmacklos oder sogar mit Fleischgeschmack versetzt und daher einfach einzugeben.
Die Behandlung mit Herzmedikamenten ist normalerweise lebenslang notwendig.
Das Atemtagebuch hilft
Ein Hinweis darauf, dass eine Anpassung der Medikamentendosis erforderlich sein könnte, ist eine steigende Atemfrequenz in Ruhe.
Überprüfen Sie deshalb mehrmals pro Woche die Anzahl der Atemzüge Ihres Vierbeiners in Ruhe oder im Schlaf und tragen Sie diese in ein Atemtagebuch ein.
Dies ist auch mithilfe einer App auf dem Handy möglich.
Steigt die Atemfrequenz oder liegt sie über 30 Atemzügen pro Minute, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt konsultieren.
Katzen sind keine kleinen Hunde
Alles bisher Gesagte gilt auch für Katzen.
Wichtig zu wissen ist jedoch, dass Katzen Meister darin sind, Symptome zu verstecken. Deshalb sollten Sie bereits bei kleinsten Hinweisen reagieren.
Die häufigste Herzerkrankung bei Katzen unterscheidet sich von der bei Hunden: Es handelt sich um eine Verdickung der Herzmuskulatur, die sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie (HCM).
Auch hier ist der Herzultraschall die beste Möglichkeit zur Diagnose.
Bei Katzen ist außerdem eine regelmäßige Blutdruckmessung bereits in jungen Jahren sehr sinnvoll. So kann Bluthochdruck frühzeitig festgestellt werden.
Bluthochdruck kann zu vielen Folgeerkrankungen und auch zu Herzproblemen führen und ist einfach zu therapieren.
Angeborene Herzerkrankungen und genetische Prädispositionen
Bestimmte Katzen- und Hunderassen neigen zu Herzerkrankungen.
Bei diesen Tieren ist eine routinemäßige Herzultraschalluntersuchung sinnvoll – vor allem vor Narkosen.
Wenn Sie sich ein Rassetier zulegen, achten Sie bitte darauf, dass Ihr Züchter Wert darauf legt, dass alle möglichen Untersuchungen durchgeführt wurden, bevor ein Tier zur Zucht eingesetzt wird.
So minimieren Sie das Risiko, dass Ihr Tier an einer Herzerkrankung erkrankt.
Unser Fazit
Bei Herzerkrankungen gilt: Je früher sie erkannt und passend behandelt werden, desto einfacher ist die Therapie und desto besser ist die Lebensqualität, da irreversible Umbauvorgänge im Herzen verringert werden.
Auch bei einem alten Hund ist es keine Option, abzuwarten und darauf zu hoffen, dass das Tier durch einen Herzstillstand stirbt.
Die Tiere leiden, da sie ohne Therapie zu ersticken drohen.
Wenn Sie bei Ihrem Tier mögliche Anzeichen einer Herzerkrankung feststellen, sprechen Sie uns gerne an.
Wir sind für Sie da!

